Im Jahr 2022 sammelten die Kassler Soroptimistclubs und der Göttinger Soroptimist Club Spendengelder zum Erhalt der historischen Baumalleen.
Hier der zugehörige Artikel aus der HNA von Daria Neu:
Dank Spenden von lokalen Vereinen konnten die Eichen- und Kastanienalleen in Kassel durch den Hessen-Forst erneuert werden. Und das aus wichtigem Grund.
Kassel – Die historischen Alleen im Habichtswald erzählen eine Jahrhunderte alte Geschichte. Sie zu erhalten, lag Förster Matthias Schnücker daher sehr am Herzen. Dafür wurden neue Bäume gepflanzt, alte aber auch freigeschnitten, damit sie genug Licht bekommen. Umgesetzt wurde die Idee von Dagmar Löffler, Revierleiterin in Kirchditmold.
Bei einem Spaziergang zeigten Schnücker und Katharina Brämer von Hessen-Forst Mitgliedern vom Hessisch-Waldeckischen Gebirgsverein, vom Wanderverband, vom Bürgerverein Harleshausen sowie vom Gewinn-Sparverein der Sparda-Bank, vom BUND und mehreren Soroptimistinnen, die sich mit Geld engagiert hatten, das Ergebnis der Aktion. „Schon vor vielen Jahren haben wir gemerkt, dass Alleen zunehmend in Vergessenheit geraten“, sagt Schnücker.
Ganz früher waren die Areale rund um den Bergpark Wilhelmshöhe unter anderem Huteflächen für Pferde und Rinder. „Dort wurden oft Eichen und Kastanien kreisförmig in Gruppen gepflanzt, um den Tieren Schatten zu spenden“, erklärt Schnücker. Der Wald, wie man ihn heute kennt, habe sich durch Aufforstungen erst vor rund 200 Jahren entwickelt.
Eichenallee in Kassel war früher kaiserliche Reitbahn
Bei der etwa einen Kilometer langen Eichenallee habe es sich seinerzeit um die kaiserliche Reitbahn gehandelt. Die gut zwei Kilometer lange Kastanienallee war schon früher ein beliebtes Ausflugsziel hinter dem Bergpark und dem Herkules.
Der Zustand der Alleen habe sich aufgrund der trockenen Sommer genauso verschlechtert wie der gesamte Waldbestand, sagt Brämer. Durch die sorgfältige Pflege der Alleen sollen sie als solche erlebbar bleiben – sowohl um die Biodiversität zu sichern als auch um sie als historisches Kulturgut zu erhalten.
Ein Blick auf rund 40 große, teils mehr als 150 Jahre alte Eichen zeigt: Jetzt haben sie wieder genügend Licht zum Wachsen. Gerade Eichen bräuchten das dringend, sagt Schnücker. An Stellen, wo es nötig war, wurden auch neue Bäumchen gesetzt. Dort schauen die Forstleute nun regelmäßig, ob sie gut wachsen, ob es Schäden gibt, ob die Stützstäbe noch richtig sitzen und die jungen Bäume sicher angebunden sind.